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Stand: 11.01.11 Erlebe Abenteuer e.V. Konzept 1.) Ziele 5.) Sicherheitskonzept Heutzutage sind schulischen Anforderungen so stark angewachsen, dass Schüler bald nur noch für das Lernen leben, statt für das Leben lernen. Sinnvolle Abenteuer in der Natur als Ausgleich zu schulischen Herausforderungen und computeranimierter Freizeitgestaltung erachten wir daher für sehr wichtig. Unter sinnvollen Abenteuern in der Natur verstehen wir erlebnispädagogische Aktionen und Reisen. Angefangen bei der Schnitzeljagd durch den nahegelegenen Park bis hin zu mehrwöchigen Rucksackreisen quer durch Europa. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wieder zurückführen zur Natur. Die Natur wieder kennen und schätzen lernen. Nur wer die Natur schätzt kann ein Umweltbewusstsein entwickeln. Dies geht über den Naturschutz hinaus bis zur Empathiefähigkeit für das soziale Umfeld. Wir nutzen die gesamte Methodenvielfalt der Erlebnispädagogik, wie Klettern, Wandern, Feuer machen, Kanutouren, Höhlenexkursionen, Zelten und vieles mehr. Durch den gezielten Einsatz dieser vielfältigen Elemente und der Reflektion derselben wird die Persönlichkeitsbildung aller Beteiligten spielerisch und zugleich erlebnisreich voran getrieben. Gerade junge Menschen leiden in unserer hektischen Zeit zunehmend unter Leistungsdruck. Dabei lässt sich Fördern und Fordern wunderbar vereinbaren, d.h. ein gewisser Druck kann Leistungen voranbringen, andauernder Druck führt jedoch zur Überforderung. Aufgaben können nicht mehr erfolgreich bewältigt werden. Misserfolg und Frustration führen zu sinkenden Leistungen. Wir erarbeiten in Zusammenarbeit mit unserer Zielgruppe deren Möglichkeiten neu. Wir helfen ihnen ihre Ressourcen besser einzuschätzen. Wir gestalten Situationen, in denen sie sich als kompetent und erfolgreich erleben können und so ihr Selbstvertrauen stärken. Dabei nutzen wir die Bedeutung von Erlebnis und Abenteuer für den erzieherischen Prozess. Durch erlebnispädagogische Elemente wird der Mensch ganzheitlich gefordert und gefördert. Er wird körperlich und kognitiv angesprochen. Lernen durch handeln. Diese Ganzheitlichkeit beeinflusst Motivation und Erfolg im Hinblick auf den Lernprozess nachhaltig positiv. Im Gegensatz zu abstrakteren Formen des Lernens werden 90 % des Gelernten auch tatsächlich behalten, wenn es praktisch getan und mit allen Sinnen erlebt wird. Über das Verständnis zur und der bewusste Umgang mit der Natur fördern unsere erlebnispädagogische Aktionen unter anderem:
Uns ist die Gruppe wichtig. Bei uns erlebt der Einzelne, dass er viel weiter kommt, wenn er sich integriert und gewisse Aufgaben nur in der Gemeinschaft meistern kann. Wichtige Erkenntnisse für die Zukunft. Auch der richtige Umgang mit Angst, das bewusste Erleben eigener Grenzen spielt eine Rolle. Im positiven Sinne. Nur wenn man mit Ängsten bewusst umgeht kann man an ihnen arbeiten, sie überwinden oder zumindest gute Mittel und Wege finden, mit ihnen zu leben. Nicht selten wächst man dabei über sich selbst auferlegte Grenzen hinaus. Unsere erlebnispädagogische Arbeit richtet sich nach der Philosophie, „so nah wie möglich und so weit wie nötig!" statt „höher, schneller und weiter". Die Erlebnispädagogik hat für uns nicht grundsätzlich mit Spektakel und Extremsituationen zu tun. Wir passen unsere Aktivitäten gezielt unseren jeweiligen Klienten, der Gruppe und den gegebenen Umweltsituationen an. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Erarbeitung und Entwicklung so genannter „Soft-Skills" (Beziehungen, Emotionen, Kreativität und Ästhetik) junger Menschen. Dabei beobachten und reflektieren wir gruppendynamische Prozesse. In entscheidenden Momenten nehmen wir gezielt Einfluss auf die Gruppendynamik. Unsere erlebnispädagogische Arbeit eignet sich für die Teilnehmer besonders gut um in einem unbekannten Umfeld alte Verhaltensmuster abzulegen, neue zu erleben und erlernen. Soziale Defizite können genau erkannt, eine positive Veränderung verwirklicht und gezielt gefördert werden. Wir arbeiten nicht nur auf Basis der Erlebnispädagogik wir nutzen darüber hinaus eine große Palette soziologischer und pädagogischer Kenntnisse um in der präventiven Kinder- und Jugendarbeit möglichst große Erfolge zu erzielen. Dabei spricht man vom Methodenpluralismus.
Unter diesen Gesichtspunkten bieten wir Maßnahmen zur Förderung des Kinder- und Jugendschutzes nach dem JÖSchG und § 14 SGB VIII (KJHG) an. Zudem regen wir Kinder und Jugendliche an, sich selbstständig für das Allgemeinwohl einzusetzen und gemeinnützige Tätigkeiten durchzuführen. Bewusstes Erleben der Natur lehrt spielerisch die Verantwortung für die Umwelt und fördert die Sensibilität für die Tier- und Pflanzenwelt. Auch gegen die zunehmende soziale Vereinsamung machen wir uns stark. In Zeiten wo junge Menschen oft nur noch mittels elektronischen Medien miteinander kommunizieren - wenn überhaupt, befähigen wir sie, sich in eine Gruppe einzufügen, dort positive Erfahrung zu sammeln, welche sie wiederum motivieren von sich aus Kontakte aufzubauen und zu halten. Wir bieten Möglichkeiten der außerschulischen Bildung. Bei uns können junge Menschen sich ihren spezifischen Interessen nach weiterbilden und Bildung im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Durch unsere Angebote der sozialen, gesundheitlichen, kulturellen und naturkundlichen Bildung (§11 SGB VIII / KJHG) schaffen wir eine ganzheitliche Möglichkeit zur freien Entfaltung der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen. Durch gezielte Aktionen stellen wir darüber hinaus den Kontakt zwischen Jung und Alt sowie Obdachlosen oder verarmten einsamen Menschen her. Dabei kann die Jugend von dem oft reichen Wissensschatz älterer Menschen profitieren und sich zugleich in gemeinnütziger Tätigkeit üben. Indem sie lernen sich um andere Menschen zu kümmern, für andere da zu sein, reifen sie zu selbständigeren und sozialeren Persönlichkeiten heran. Die älteren Menschen erfahren wiederum die so wichtige Anerkennung ihrer Lebenserfahrung, ihrer Lebensleistungen und bekommen durch den Kontakt mit jungen Menschen „frischen Wind" (Abwechslung) in ihr Leben. So werden teils bestehende Vorurteile gegenüber jungen bzw. alten Menschen aufgebrochen. Zu guter Letzt sollen auch unsere ehrenamtlichen Helfer und Mitarbeiter nicht zu kurz kommen. Um deren Interessen & Stärken noch weiter zu fördern bieten wir regelmäßig Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an.
Wir unterstützen die Jugend in der Entwicklung eigenständiger Ideen und helfen ihnen Schritt für Schritt Ziele zu verwirklichen. Hilfe durch bestärken in der Selbsthilfe. Unsere Angebote helfen Kindern und Jugendlichen gezielt eigene Interessen zu vertiefen sowie neue Interessen zu entwickeln. Wir stellen durch unsere Arbeit die individuellen Stärken & Kompetenzen in den Vordergrund und bauen darauf auf. Wir helfen bei der Entwicklung von Handlungskompetenzen. Von der Gesellschaft und den wachsenden Anforderungen überforderte, vom Leben entmutige junge Menschen finden bei uns neue Perspektiven für die Zukunft und somit mehr Freude am Leben. 4.) Unsere erlebnispädagogische Mittel:
Wir gewährleisten in unseren erlebnispädagogischen Aktivitäten ein höchstes Maß an Sicherheit. Dies erreichen wir durch: a) Verhältnismäßigkeit Die erlebnispädagogischen Projekte sind den Ressourcen der jeweiligen Zielgruppe sowie dem einzelnen Individuum angepasst. Sie erleben Grenzerfahrungen im Sinn von an vermeintlich unüberwindbare Grenzen zu gehen, nicht im Sinne von Überforderung und gefährlichen grenzwertigen Situationen. b) Sorgfaltspflicht Wir planen unsere erlebnispädagogische Projekte so umfassend als möglich. Die Aktivitäten werden mit größtem Bedacht durchgeführt. So können die Projektleiter die Sorgfaltspflicht jederzeit gewährleisten. c) Fachwissen Unser Team verfügt bereits über ein breites Spektrum an Fachwissen doch man lernt ein Leben lang, daher besuchen wir regelmäßig Fortbildungen. Zudem suchen wir uns für unsere Projekte gezielt externe Fachleute. So kann man gegenseitig voneinander profitieren. d) Sicherheitsfragen in der Projektplanung In der Projektplanung werden Fragen betreffend der Sicherheit in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und dem pädagogischen Team thematisiert und zudem in der Projektevaluation ausgewertet. Sicherheitsaspekte können so bei Bedarf stets situationsorientiert verändert werden. e) Notfallkonzept Bei schwerwiegenden Ereignissen halten wir uns an das Notfallkonzept des „Erlebe Abenteuer e.V.". f) Informationsfluss Während eines erlebnispädagogischen Projektes steht die Projektleitung regelmäßig in telefonischer Verbindung mit der Geschäftsführung. Diese informiert umgehend Eltern teilnehmender Kinder, wenn ungeplante Vorfälle auftreten sollten. g) Eigenverantwortung Ein weiterer Aspekt zum Thema Sicherheit ist die Eigenverantwortung der Teilnehmer. Obschon die Hauptverantwortung eines Projektes bei der Leitung liegt, steigert sich die Sicherheit mit Übergabe von Eigenverantwortung, da die Teilnehmer dann aufmerksamer und sensibler mit bedeutsamen Situationen umgehen. Dies belegen zahlreiche Langzeitstudien. h) Projektabbruch Es besteht während eines Projektes die Möglichkeit, das Projekt abzubrechen. Tritt die Gruppe in einem Projekt an eine Grenze, bei welcher die Weiterführung des Projektes im Hinblick auf die Sicherheit fragwürdig erscheint, ist die Leitung in der Lage, das Projekt abzubrechen. Dies geschieht im Austausch mit der Geschäftsführung. i) Philosophie Zum Schluss steht für uns unsere Philosophie der Erlebnispädagogik in einem engen Zusammenhang mit dem Thema der Sicherheit. Es ist nicht unser Ziel, Extremsituationen zu erleben. Erlebnispädagogik hat grundsätzlich mit sanften Naturerfahrungen zu tun. j) Versicherung Die erlebnispädagogischen Aktivitäten gehören in Versicherungsfragen nicht zu Risikosportarten, welche einen zusätzlichen Versicherungsschutz des Personals oder der Institution verlangen würden. |






