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Äolische Inseln

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Einsamkeit und wilde, ursprüngliche Natur findet man auf den Äolischen Inseln. Die sieben von der UNESCO zu Weltnaturerbe ausgezeichneten Kleinode nördlich von Sizilien sind allesamt vulkanischen Ursprungs. Trotz erdgeschichtlicher Gemeinsamkeiten können die einzelnen Inseln kaum unterschiedlicher sein. Von lieblichen, grünen Hügeln, Tauchparadiesen und stets heißen Badequellen bis zu brodelnden Kratern findet man auf kleinstem Raum einzigartige Naturschauspiele.

Aus der griechischen Mythologie geht hervor das der Gott Winde Äolus seinen Sitz hier hatte. Äolus leitete unter anderem auch Odysseus auf seinen Fahten in die Irre: Nach dem Ende des trojanischen Krieges machte sich Odysseus auf die Heimfahrt zu seiner Frau nach Ithaka. Nach einigen Abenteuern strandete er auf den Liparischen Inseln worauf ihn Äolus freundlich empfing. Er gab Odysseus gar seine Winde in Säcken mit, damit dieser sicher nach Hause gelangen sollte.  So gelangte Odysseus mit seinem Schiff bis kurz vor Ithaka. Während Odysseus schlief, schauten seine Kameraden heimlich in den Sack der anderen Winde obwohl Äolus es ihnen untersagt hatte. Die entfesselten Winde trieben sie ugehend zurück auf die Äolischen Inseln. Der Gott der Winde war darüber so erzürnt, dass er die Bitte der Griechen nach weiteren hilfreichen Winden ablehnte und sie fortschickte. Die Odyssee nahm ihren Lauf.

Die Erwähnung in der griechischen Mythologie deutet auf eine lange Geschichte der Äolischen Inseln hin. Bereits in der Jungsteinzeit um 4000 vor Christus wurden die Inseln erstmals besiedelt. Damals wurde hier vor allem Obsidian abgebaut. Aus diesem begehrten harten Vulkangestein wurden zu jener Zeit Schneidwerkzeuge und Klingen hergestellt.

Im 6. Jahrhundert vor Christus eroberten die Griechen die Inseln. Ihnen folgten Karthager und Römer. Die alten Römer errichteten auf den Äolischen Inseln Kur- und Thermalbäder dabei nutzten sie die schwefelhaltigen warmen Wasserquellen.

Im frühen Mittelalter fielen die Inseln zunächst an die Araber, drei hundert Jahre später dann an die Normannen welche die griechischen, römischen und arabischen Einflüsse nicht unterdrückten sondern um einen weiteren ergänzten und so ganz Sizilien erblühen ließen. - So waren sie auch die letzten Herrscher welche die Inseln bereicherten.

Nachdem türkische Seeräuber 1544 beinahe die gesamte Bevölkerung in die Sklaverei verschleppt hatten, ließ Kaiser Karl V. auf Lipari, der Hauptinsel der Äolischen Inseln,  eine Zitadelle errichten und die Inseln neu besiedeln.

Unter Mussolini mussten die spärlich bewohnten Eilande als Verbannungsort für Kriminelle und politische Gefangene herhalten.

Heute leben etwa 14.000 Einwohnern auf den sieben Inseln im Tyrrenischen Meer vor der Nordküste Siziliens, welche nach wie vor als Geheimtipp unter Reisenden gelten. 

Von Milazzo und Messina aus erreicht man die Inseln mit größeren Fähren. Ein Freund von uns fährt ebenfalls von Oliveri bzw. Falcone oder auch dem einsamen Strand mit dem Boot dorthin.

 

VULCANO

Sizilien am nächsten liegt die Insel Vulcano. Von dem Namen der Insel ist das heutige Wort für Vulkan abgeleitet. In der römischen Mythologie galt die Insel als die Schmiede des Vulcanus, des römischen Gottes des Feuers.

Da der Vulcan zu den ständig leicht aktiven Vulkanen gehört gilt er als ungefährlich. Er kann sich regelmäßig Luft verschaffen, wobei wir ihm beim rauchen bestaunen können. Der letzte Ausbruch liegt bereits gute 120 Jahre zurück. (1890)

Vulcano ist die drittgrößte und südlichste der Liparischen Inseln. Sie liegt etwa 20 km vor der Nordküste Siziliens. Der einzige größere und mit gut 75 Einwohnern recht überschaubare Ort der Insel ist Porto di Levante. Die Haupterwerbsquelle der ständigen Bewohner ist der Tourismus. In den Sommermonaten besuchen viele Touristen die beliebte Badeinsel.

Auf der einen Seite der Insel gibt es ein beliebtes warmes Fango-Becken, in dem man sich am ganzen Körper mit "gesundem Schlamm" einreiben und vor sich hin sinieren kann. - Anschließend hat man die Möglichkeit sich im anliegenden Meer über heißen Fumarolen (aus dem Meeresboden sprudelnde Gasquellen) den Schlamm wieder abwaschen. - Durch die bis zu 100 Grad heißen Quellen kann sich man zu jeder Tages und Nachtzeit im warmen Wasser aufhalten.

Auf der anderen Seite der Insel findet man einen völlig schwarzen Strand vor. Dieser besteht aus zermalenem Vulkangestein. Von dem schwarzen Strand kann man mit kleinen Booten zu weiteren Inseln fahren. - Etwa nach Lipari.

 

 

LIPARI 

Die Insel Lipari ist, wie alle äolischen Inseln, vulkanischen Ursprungs, allerdings ist kein aktiver Vulkanismus mehr vorhanden. In der Stadt Lipari leben etwa 5000 Einwohner. Die Kathedrale der Stadt wurde von den Normannen errichtet und nach Zerstörungen im 16. Jahrhundert im Barockstil wieder aufgebaut. Die Festung der Stadt erhielt ihr heutiges Aussehen weitgehend im 16. Jahrhundert durch die Spanier. Die Grundmauern sind dagegen noch aus der griechischen und römischen Antike. Des weiteren bietet die Stadt noch Ruinen von Bauwerken aus der Bronzezeit über die griechische bis zur römischen Antike.

Lipari ist eine sehr touristische und daher nicht gerade günstige Insel. Doch ein Besuch lohnt sich allemal. Nicht nur wegen der ertauchenswerten Korallenriffe und zahlreichen Meeresbewohner. Die Insel selbst hat auch einiges zu bieten.


Lipari Lipari Lipari Lipari Lipari

 

Das Landesinnere von Lipari ist kahl und gebirgig.

Im Süden der Insel trifft man auf Lavadome, nordöstlich gibt es bis zu 300 m dicke Bimsablagerungen und zwei Obsidianströme. Der Obsidian wurde schon seit der Jungsteinzeit abgebaut. Die riesigen weißen Bimsablagerungen sind die größten der Welt und werden an der Nordküste bei Acquacalda abgebaut. Im Norden kann man zudem die Überreste einer Therme bewundern, welche schon 1500 vor Christus in Betrieb war. In der Mitte der Insel befinden sich die Stratovulkane Monte Chirica (höchste Erhebung der Insel, 602 m hoch) und Monte S. Angelo. Sie sind mit dichtem Buschwerk bewachsen.

Die Besiedlung der Insel lässt sich seit etwa 4000 v. Chr. nachweisen.

Weitere Informationen über Lipari sowie die komplette Fotogallerie.

 

 

SALINA

Wem Lipari zu touristisch ist, der kann mit dem Schiff weiterfahren nach Salina, der zweitgrößten Insel. Salina liegt nördlich von Lipari. Im krassen Gegensatz zur Lipari ist die spärlich bewohnte, aus zwei erloschenen Vulkanen bestehende Insel, reich an Wasservorkoen und somit auch an üppiger Vegetation. So können die Einwohner Salinas sich seit Urzeiten weitgehend selbst versorgen. Wichtige Exportprodukte sind der hervorragende, süße Malvasia-Wein, Oliven und Kapern. Der Tourismus spielt hier eine eher untergeordnete Rolle, was auch daran liegt das es der Insel an Sandständen mangelt. Dadurch hat sich Salina noch weitgehend seine Ursprünglichkeit bewahrt. - Lange Sandstrände findet man, wie schon erwähnt unter anderem auf Vulkano. - Doch lasst uns zunächst weiter nördlich nach Panarea reisen:

 

 

PANAREA

Panarea ist die kleinste Insel des Archipels und wie Salina grüner und üppiger als die restlichen Inseln. Seit der aufwändigen Restaurierung des kleinen Hauptdorfes San Pietro wurde Panarea zum beliebten Ziel reicher Norditaliener. Dementsprechend sind die Übernachtungspreise hier recht hoch.

 

 

FILICUDI  und  ALICUDI

Wer die totale Einsamkeit sucht, sollte sich auf den Weg zu den westlich liegenden abgeschiedenen kleinen Inseln Filicudi und Alicudi machen. Auf Filicudi leben nur wenige hundert Einwohner, auf Alicudi nicht einmal einhundert.

Dementsprechend wenige Übernachtungsmöglichkeiten gibt es und auf Alicudi nicht einmal eine Straße. Einziges Fortbewegungsmittel mit schweren Lasten sind Esel.

 

 

STROBOLI

Stromboli ist wohl die bekannteste und imposanteste Insel des Archipels.

"Der Stromboli ist immer tätig, und seit ewigen Zeiten gilt er als der große Leuchtturm der Meere", schrieb 1773 der schottische Reisende Patrick Brydone in sein Notizbuch.

Die Insel besteht nur aus einem Vulkan, der in regelmäßigen Abständen ausbricht. Dank seiner "kontrollierten" Eruptionen fließen die Lavamassen immer den gleichen Weg, über die "Sciara del Fuoco" (Feuerbahn), bergab. Aus diesem Grund kann man getrost den mühsamen Aufstieg bis zum Kraterrand wagen.

 

 

Bilder der Inseln folgen.

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